Kniechirurg Dr. Benes

Knorpelschaden

Sprunggelenkspiegelung

Arthroskopie des oberen Sprunggelenkes (Gelenkspieglung)

Durch eine Gelenkspiegelung kann man in gewissen Stadien die Situation für ein Gelenk verbessern: dabei ist es wichtig, die mobilen Anteile und angerissenen Knorpelanteile zu entfernen und bei tiefen Defekten die Auffüllung des Defektes zu erreichen. Hierzu kommen je nach Art und Größe des Knorpeldefektes und dem Alter des Patienten Verfahren, die teils offen durchgeführt werden müssen und um weitere Verfahren ergänzt werden (z.B. AMIC – autologe matrixinduziierte Chondrogenese), zur Anwendung:

  • Mikrofrakturierung: nach Durchbrechen der Knochenlamelle am Grund des Knorpeldefektes im Abstand von 4-5 mm, füllt sich Blut aus dem Knochenmark in den Defekt und wandelt sich innerhalb von mehreren Wochen zu einem Knorpelersatzgewebe (Faserknorpel- weniger elastisch) um.
    Die Microfracturierung wird eher bei kleineren Defektgrößen angewendet; eine Verschlechterung des klinischen Ergebnisses ist nach mehreren Jahren möglich.
  • als Erweiterung dieser Technik wird die sogenannte Nanofrakturierung in vergleichbarer Weise durchgeführt, die mit kleineren Durchstichstellen in der Knochenlamelle schonender ist und durch die Möglichkeit einer erhöhten Tiefe des Stichkanals bessere Ergebnisse erzielt werden können.
  • Transplantation eines Knorpel-Knochen-Zylinders
    (OATS – „osteo-articular transfer system“, Mosaikplastik): Knorpel-Knochen-Zylinder werden aus nicht belasteten Gelenkanteilen od. der Gegenseite entnommen und gegen den Zylinder des Defektbereich ausgetauscht.
  • M-ACT od. ACT-Knorpelzell-Transplantation: es werden Knorpelzellen entnommen, außerhalb des Gelenkes über mehrere Wochen angezüchtet und durch eine zweite Operation in einer Trägersubstanz (Matrix) bzw. anderen Techniken an den Defektort gebracht, wo sie dann einwachsen.
  • AMIC (Autologe matrixinduzierte Chondrocytenstimulation)
    hierbei wird, vereinfach ausgedrückt, eine Leitstruktur/Membran (Matrix) auf den umschriebene Defekt im Knorpel gesetzt, welcher sich dann mit Blut aus dem darunter liegenden Knochenmark tränkt; in diesem Blut sind die sog. Stammzellen enthalten. Diese Stammzellen können sich nun entlang der Matrix in den elastischen hyalinen Knorpel umwandeln. (siehe unten).

Implantation einer resorbierbaren Matrix (AMIC – autologe matrixinduzierte Chondrogenese)

Bioprothese: natürlicher Knorpel für das obere Sprunggelenk

Bei diesem minimalinvasiven Eingriff (kleiner Zugang) wird das Gelenk zunächst „ausgeputzt“, damit instabile Knorpelanteile entfernt und ein Teil der obersten Knorpelschicht abgetragen. Dieses Verfahren kommt bei der Abrasionsarthroplastik und als Vorbereitung einer Nano- bzw. Microfracturierung zum Einsatz, jedoch bildet sich hier ein Ersatzknorpel – nämlich ein Faserknorpel, der nicht die biologischen Eigenschaften eines normalen – hyalinen Knorpels – besitzt!

Hier setzt nun das neue Verfahren an: hierbei wird, vereinfach ausgedrückt, eine Leitstruktur (Matrix) auf den Defekt gesetzt, wo der umschriebene Defekt im Knorpel besteht, welcher sich dann mit Blut aus dem umliegenden Knochenmark tränkt; in diesem Blut sind die sog. Stammzellen enthalten. Diese Stammzellen können sich nun entlang der Matrix in den elastischen hyalinen Knorpel umwandeln.

Das Implantat (Matrix) wird vollständig „verstoffwechselt“

Großer Vorteil im Vergleich zu einer Microfracturierung bzw. Knochen-Knorpel-Transplantation (Mosaikplastik) ist der, dass bei der Matrix-Implantation keine Zylinder aus anderen Stellen des Gelenkes entnommen werden müssen, die dann als Entnahmedefekt verbleiben und nachgewiesen hyaliner Knorpel entsteht.

Als weiterer Vorteil gilt die rasche Belastbarkeit dieses Implantats, je nach Menge der verwendeten Implantate von sofortiger beschwerdeorientierten Belastung, einem Ergometertraining nach 2-3 Wochen und nach sportartspezifischem Training nach bereits sechs Wochen.

Nach 9-12 Monaten sind die Implantatbestandteile vollständig abgebaut (resorbiert) und der Knorpel nach insgesamt 36 Monaten neu modelliert (Remodelling), was von außen nach innen geschieht und deshalb die Oberfläche bereits vorher mechanisch stabil ist!

An gut zugänglichen Stellen ist dieses Verfahren arthroskopisch – per Gelenksspieglung – durchführbar; bei schwer zugänglichen Stellen ist eine (Teil-) Gelenkeröffnung notwendig.

Danach erfolgt ein Selbstheilungsprozess, der innerhalb von etwa drei Monaten zur Bildung einer Schicht neuen Knorpels führt. Diese Bio-Prothese wird somit vollständig vom Körper gebildet. Der neue Gelenkknorpel (hyaliner elastischer Knorpel) ist seinem Original auch in der Erfüllung seiner Funktionen sehr ähnlich. 

Einwanderung der Stammzellen in den Defekt, der durch eine spezielles Implantat aus Kollagen „gedeckelt“ wird, so dass diese speziellen Zellen nicht in die Gelenkflüssigkeit gelangen können.

Bei schwer zugänglichen Stellen muss das Gelenk durch einen Knochenschnitt eröffnet werden: